ExperimentsPlatinen ätzen
Platinen ätzen  http://the-sutt.net/cgi-bin/website.pl?experiments;3
Nachdem ich mich in letzter Zeit intensiver mit MikroControllern und Schaltungen auseinander gesetzt habe, kam natürlich der Gedanke an das Selbstätzen von Platinen auf!
Nur die Sache mit der Photo-Beschichtung hat mir nie so zugesagt (Belichtungsgerät muss einigermaßen brauchbar sein, richtige Zeit finden, Anfangs auch teuer, da Ergebnis ungewiss...).

Jetzt wurde ich auf eine alternative Methode aufmerksam, die ich doch direkt ausprobieren musste :)

Platinen ätzen mit Toner

13.08.2009
Ja, das klingt erstmal nach einem Joke! Aber zum Ätzen benötigt man "lediglich" eine ätzresistente Schicht, die während des Ätzens das Ätzmittel von der Platine fernhält.
Hier kommt der handelsübliche Toner zum Einsatz - nur wie kommt der auf die Platine?!

Zunächst benötigen wir einen Träger, auf dem wir das Schaltbild aufdrucken, es nachher aber auch wieder runterbekommen!
Man nehme eine Seite aus einem Elektronikkatalog dessen Namen wir hier nicht nennen möchten (es ist wirklich keine Schleichwerbung, aber mit REICHELT-Katalogseiten [ups :)] klappt es wohl am Besten!), befestige diese auf einem Trägerpapier mit einem Stück Tesa und jagt das Ganze dann durch den Laserdrucker. Das Papier hat einen leicht öligen Charakter und saugt daher den Toner nicht in sich auf (wie Normalpapier etwa).
Wenn der Drucker das nimmt, kann man den Papier-Träger auch weglassen.




Nun wird die kupferbeschichtete Platte mit Aceton gereinigt und das Schaltbild (mit der Tonerseite voraus natürlich) auf dieselbe gelegt und abermals mit Tesa fixiert.


Mit dem Bügeleisen auf ·· bis ··· und einem Leinentuch (hier eine Einkaufstasche) obendrauf wird das Ganze gebügelt.


Was passiert? Der Toner wird flüssig und löst sich vom Papier und überträgt sich auf die Kupferplatte.

Sobald genug gebügelt wurde (was ist genug - siehe unten) kann das Papier mittels kaltem Wasser und etwas Spülmittel abgefummelt werden (gut einweichen lassen!).
Wenn alles sauber übertragen wurde kann sogar mit einer Zahnbürste das Schaltbild abgeputzt werden um Papierreste aus den Leiterbahnzwischenräumen zu entfernen.




Das Ergebnis ist noch nicht überragend, aber lässt sich durchaus sehen!
Das schöne an dieser Methode ist: wenn es nicht geklappt hat einfach mit Aceton die Kupferplatte reinigen und von vorne beginnen.
Hier seht ihr meinen zweiten Versuch [der erste war wirklich gar nicht zu gebrauchen!]




Natürlich noch nicht ätz-reif aber ich bin ja noch Anfänger! Schauen wir mal wie es weiter geht!
Ich habe für dieses Ergebnis bei 2,5 Punkten auf dem Bügeleisen ca. 1,5 Minuten gebügelt. Morgen wird länger gebügelt!
Und ja ihr habt richtig gelesen auf der Platine - das gibt das neue Herz für mein Door-Control :)

Stay tuned!

29.08.2009
Sieh an, sieh an! Länger bügeln - jedoch nicht zu heiß - das steckt die Magie dahinter ;)


Bei 2,5 Punkten 7x 1 Minute brachte ein sehr gutes Ergebnis, das obige Ergebnis war nach 4x 2 Minuten.
Das Door-Control habe ich erstmal bei Seite gelegt, da ich noch ein zwei Erweiterungen einbauen möchte, die Bauteile und dadurch Layout-Änderungen mit sich bringen.
Obiges Projekt unterliegt der Geheimhaltungsstufe Phi :)



Mitte September 2009
Inzwischen habe ich es raus - ich gebe zu, mit dem Bügeln hat es nicht funktioniert. Glücklicherweise habe ich Zugriff auf eine Thermo-Presse (ursprünglich für T-Shirt-Druck).
Mit diesem Gerät ist es möglich perfekte Ergebnisse in nur 30 Sekunden zu erzielen. Hier bereits geätzt:

Und hier noch nach der Reinigung mit Aceton:


Damit ist das Experiment des Platinenätzens abgeschlossen - erfolgreich kann man nach drei fertiggestellten Platinen sagen :)
Demnächst werde ich die Dokumentation des Door-Control v2 aufnehmen...



Kommentare

->
Code bitte übertragen





Guestbook
Contact
Imprint


sutt's 3rd dimension
Der Golf III



© Copyright 2003-2019 by the-sutt.net

Script v 2.1        last update: 17.04.2007

13166 Besucher seit 18.04.2003